Dienstag, 10. September 2013

Sunclouding on Ratzecastle Lake


Da war es wieder. Dieses leichtes Klopfen und Rauschen. *plöck…*pling…*plock-plock…* Die Geräusche auf der Fensterscheibe, die einen Rollerfahrer die Ohren spitzen lassen. Fahren oder nicht fahren? Regenbüx oder nicht Regenbüx? Sofa oder Roller? Ging bestimmt nicht nur mir so, sondern auch den anderen, die am heutigen Tag (08.09.2013) die Ausfahrt zum Sundowner am Ratzeburger See mitfahren wollten. Der virtuelle Wetterfrosch im Internet prophezeite wenigstens für die Zeit der Tour eine Trockenphase, also mal wieder deftig Schwein gehabt. 

Heute mal überdacht an der MuK :O)
Beim Treffpunkt an der MuK in Lübeck standen schon recht früh einige Vespen (mit Fahrer natürlich). Respekt: Derjenige mit der weitesten Anreise kam aus der Nähe von Henstedt-Ulzburg. So peu á peu häufte sich der Haufen, und nach einigem Benzingekakel starteten wir mit 12 Röllchens und einem "Besenwagen"*). Ich fuhr wieder vorweg. Und wieder fehlte mir die Zweitaktwolke und die Nestwärme inmitten des fahrenden Rudels. An einigen Stellen waren die Straßen noch feucht, gerade auf den Dörfern, und so ging ich manchmal zu vorsichtig in die Kurven (die reichhaltig vorhanden waren). Plötzlich vermißte ich wieder meinen kleinen Roller. Hach, wie schön wir all diese Kurven hätten nehmen können, ohne zu kippeln. Aber da wir die eine oder andere Fuffi im Schlepptau hatten, brauchte ich eh nicht so doll auf die Tube zu drücken. 

In Groß Grönau bogen wir ab und fuhren über Hornstorf, Groß Disnack und Klein Disnack Richtung Ratzeburg. In Einhaus sackten wir noch zwei zusätzliche Vesparocker ein, die uns am Straßenrand auflauerten. Die Straßen waren  auf der gesamten Strecke (auch auf dem Rückweg später) erstaunlich leergefegt. Auch in Ratzeburg City selbst war nicht viel los. Nicht mal von der Eisdiele Pelz hörte man das übliche aufgeblähte "Vrumm-vrumm" der Viertakt-Schönwetterfahrer. Nichts konnte uns stoppen.

Am Ziel. Die Straße sieht harmlos aus, hat's aber in sich!
Ich dachte ja, die Basthorster Gerade von damals in Kasseburg *klick* sei in Sachen Straßenbeschaffenheit nicht mehr zu toppen. Doch dann kam sie: Die Dorfstraße in Römnitz. Man braucht einen Helm allein schon deswegen, damit sich die Hirnmasse keine Prellungen innerhalb des Schädels holt. So ein derbes Geschüttel kann auch kein Nierengurt halten. Ich fluchte wie ein Rohrspatz und war kurz davor, meinen Fön auf den herrlich glatten Bürgersteig zu schieben und den Berg runterzurollen. Aber das Gelände um das Restaurant "Römnitzer Mühle" war sehr idyllisch, auch ohne Sonnenschein. Aus dem "Sundowning" wurde ein "Sunclouding", was uns nicht sonderlich kratzte. Wir saßen alle drinnen an unserer Rittertafel und kabberten beim Plauschen kalte und warme Getränke ab. 

...und nochmal mit Blick auf den Ratzecastle Lake.
War dann ganz fix duster. Einige wurden schon nervös, weil die Beleuchtung an deren älteren Vespen wohl nicht so viel hergab. Einer meinte, ich solle vorfahren, da mein Fön recht neu und der Scheinwerfer besser sei. Vorfahren ist ja ganz ok, nur nicht, wenn man zwei Insektenspiegel hat. Hat geblendet wie Sau, als alle hinter mir fuhren. Es war auf dem Rückweg über Utecht und Herrnburg dunkel wie im Bärenpopo. In Waldgebieten bin ich übervorsichtig und überwachsam gefahren, weil ich keinen Bock auf Kollisionen mit Wild hatte. Immer auf der Hut vor Augenpaaren, die im Busch im Scheinwerferlicht reflektierten. War auf die Dauer recht anstregend, und sobald ich Häuser und Straßenlatüchten sah, atmete ich sichtlich auf.

Nächtliches Ausschwärmen mit Happa-Happa...
Unsere Truppe dünnte sich aus. Ab Römnitz wurden wir immer weniger, da ab dort viele den direkten Weg nach Hause fuhren. Zu fünft erreichten wir dann letztendlich den MuK-Parkplatz mit der Absicht, nach Hause zu fahren. Doch schon heckten wir den nächsten Streich aus: Absacker im neuen Café del Sol. Das rundete den Tag nochmal so richtig gut ab. Innen war's leer, und so hatten wir freie Platzwahl. Die ersten Meinungen nach der Eröffnung vom Café del Sol vor zehn Tagen hatten wir schon hier und da gehört, und so konnten wir uns mal einen eigenen ersten Eindruck verschaffen. Guckt ihr hier:





Ambiente: Berghöhlen-Akustik. Bei hohem Andrang bestimmt sehr laut. An die besten Weine im Regal kommt leider niemand mehr ran :-)

Service: Keine lange Wartezeit. Hier wird komischerweise von links serviert. Parmesan auf Pizza "Don Serrano" vergessen, wurde nachgereicht. Strohhalm wurde doppelt serviert. Darreichungsform des Bestecks sehr fragwürdig (im Caipi-Glas). Brotkorb wurde so abgestellt, daß dessen Serviette in der Mayo des Gegenübers hing. Kellnerin sehr humor- und verständnisvoll. Sie hätte einem von uns den nicht verzehrten Liter Sauce tatsächlich als "Doggy Bag" eingepackt. (Pluspunkt in Sachen "praktische Intelligenz".)

Qualität Speisen/Getränke: Pizza "Latino Lover" war nicht, wie der Name versprach, extra scharf. Brotbeilage war lecker. Orangina wurde leider ungeschüttelt serviert. Geil, die haben Orangina!  

Toiletten: Riechen seeeeeehr neu! Irritierende Lamellentüren :-) Handtrockner voll das No-Go, da nahm ich lieber meine Hose.

Preise: Ööööhhhm…geht auch einen Tick günstiger.   

Fazit: Wir kommen wieder. (Zumal vor dem Café genug Platz ist, um unsere Roller äußerst dekorativ zu platzieren.)

Danach trennten sich einige unserer Wege. Ich fuhr noch eine Weile mit zwei anderen mit und setzte mich dann auch ab. Wie sich später herausstellte, hatten die beiden Pattex am Hintern und fuhren noch eine Knatterrunde durch die Lübecker Innenstadt, um einige der 7 Türme mit Zweitaktparföng einzudieseln. Als ich wenig später in meine eigene Straße auf der Altstadtinsel einbog, konnte ich deren Kielwasser sogar noch riechen… 

Die Tour sollte man tatsächlich mal bei sonnigem Wetter checken. Und nächstes Mal machen wir dann auch Kaffeeteng im Hof "Alte Zeiten" in Schattin.

Von: Vio


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