Donnerstag, 15. August 2013

Volle Deckung!!! oder: Rollersturm auf Boltenhagen

He, he... Ja, schon die Vorankündigung in unserem Lokalblatt "Lübecker Nachrichten" war klasse. Wattet ma', ich kramse mal wieder raus hier *raschel*

Dank an Frank für den Schnipsel!
Toll, nech? Nun war es ganz offiziell. Und vor allem war auch der letzte Satz nun ganz offiziell. Ich kringel mich (oh, wie fies!) immer noch vor Glucksen.

Extreme Interviewing mit der Presse.
Es wurden letztendlich mehr FahrerInnen als wir dachten. 25 war schon hoch gerechnet, aber als sich dann noch Hamburger und Oldesloer anmeldeten, standen wir plötzlich am 11. August mit an die 33 Blechröllchen am Treffpunkt an der Star-Tränke an der Lohmühle. Will mich auf diese Zahl jetzt nicht festnageln, aber in Maveltründe stießen noch 5 oderso dazu, plus eine Nachzüglerin (gibt 'nen extra Pokal) in Boltenhagen. Am Ende waren wir dank Facebook, GSF und LN insgesamt pfirsich (40), und das allein zählt. Cool auch, daß sogar die "Lübecker Nachrichten" ihre eigene Zeitung mal las (siehe oben) und gleich Starreporter Harry Hirsch und seine Kollegin zum Treffpunkt vorbeischickte. Sie interviewten einige von uns, und der Photograph warf sich in seine Kamera wie ein Spatz in die Äppel. Einer unserer T5-Fahrer durfte Modell stehen. Damit das Shooting keine Werbeverkaufsveranstaltung werden sollte, weil im Hintergrund Leuchtreklame eines Bettenladens lauerte, hat sich die Session entsprechend in die Länge gezogen, und der Fahrer tat uns irgendwann wohl allen leid, daß er so posen mußte. Das Ergebnis war dies - guckt ihr hier: LN vom 13.08.2013

Und schon ging es los: Startschuß zur II. Bädertour! Alle Roller geben das schönste Geräusch der Welt von sich, der vertraute Geruch steigt wie Pheromone in die Nase, und der Adrenalinpegel kriegt 'n deftigen Schub. Ich weiß nicht, warum mich sowas immer wieder verzaubert, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es Fahrern von Motorradmarken ähnlich geht. Ich hab auch mal Viertakter gefahren, aber das brüllt mich bei weitem nicht so an wie der Klang einer Wespe. Und genauso hört sich unser Trupp auch immer an: Wie ein Wespenschwarm. Und genauso hielten wir auf dieser Tour auch zusammen - niemand ist verschütt gegangen. Gar nicht so einfach bei 40 Rollern, würd' ich mal sagen. Die kleinen Zwischenstops, die uns von der Tourleitung verordnet wurden, haben echt geholfen.

Na, was in dem Zauberkästchen wohl drin ist?...
Ab Bad Schwartau bis kurz vor Travemünde fuhren wir im Regen. Fand ich mal herrlich erfrischend so nach all den Hitzetagen, die wir vorher hatten. Einige jedoch, die ohne Handschuhe fuhren, bekamen Probleme, weil sie am Gasgriff keinen Grip mehr hatten, was natürlich lästig ist. Die Strecke ging durch das von Baumkronen geschützte Waldstück bei Kreuzkamp, und spätestens da waren die Klamotten u. ä. schon auf dem besten Weg der Trocknung.

Die Fähre zum Priwall enterten wir gesammelt. Unser Besenwagen (offizieller Bädertour-Servicewagen) schloß sich uns auch an der Fähre an. Eigentlich wollte der Fahrer des Wagens selbst mitknattern, aber da seine Röllchen alle im Koma lagen, kam er mit dem Transporter mit. War verdammt gut, daß wir ihn dabei hatten, wie sich später herausstellte, verdammt gut...

Hier mischen wir mal ordentlich die Fähre auf.
Wir wissen bis heute nicht, was der Bädertour-Organisator Frank da oben auf der Brücke mit dem Kapitän der Fähre gemacht hat und was er ihm angedroht hat, jedenfalls wurde die sonst so schnöde 2-Minuten-Überfahrt der Priwallfähre für uns plötzlich ein wahres Abenteuer. Wir landeten nicht nach 2 Minuten planmäßig auf der Priwallseite. Statt dessen spendierte der Fährmeister uns eine waschechte Karussellfahrt mitten auf der Trave. Wohl weil es ihn freute, daß seine Fähre mit Vespen mal so vollgestopft war. Und unsere sauber aufgereihten kleinen Blechzyklopen wurden fast seekrank. Eine Stimme lachte laut, wo denn die Spucktüten seien. Wir alle freuten uns ein zweites Loch in den Bauch und dankten es dem Käpt'n mit rauschendem Beifall.

Die Strecke nach Boltenhagen war episch. Sehr erlesen ausgesucht, wie ich fand. Für meinen Fön und mich gab es eine Menge zu gucken: Felder, Wälder, Kopfsteinpflaster mit archäologischem Wert, Rollsplitt-Teststrecken und viele enge Kürvchen. Hin und wieder wechselten im Korso die Fahrer die Position, überholten und frischten nochmal den Zweitaktduft um uns herum auf. Nein, so wirklich möchte ich vorn gar nicht mitfahren, da kriegt man ja von dem betörenden Gestank kaum was mit.

Endlose Blech-Weiten...
Das hat den Kurort Boltenhagen ja mal richtig wachgerüttelt, als wir ankamen. Das 30er-Zonen-Schild brachte vom Dezibelpegel her rein gar nichts, denn eine Vespa ist nur leise, wenn sie aus ist. Ob 30 oder 100, sie ist immer laut. Wir parkten unsere Möhren sehr dekorativ in L-form auf der Promenade ab. Dann gab es Fressie und Drinks, und wir gönnten uns ein Päuschen, während unsere Roller sich alle mal gegenseitig beschnupperten. Und wir uns auch. Schließlich waren einige neue Gesichter dabei, die aber sofort warmherzig aufgenommen und eingemeindet wurden. Das ist bei Vespafahrern ja nun die leichteste Übung.

Hier ein kleines Video über die heiße Vespa-Meile an der Marina in Boltenhagen:


Pünktlich zur vereinbarten Zeit knatterten wir wieder davon. Ich werde dann immer ganz aufgeregt, wenn alle den Helm aufsetzen und sich startfein machen. Dann ist es für mich der besondere Kick, beim wievielten Ankicken mein Roller dann anspringt. Wenn er dann läuft: Tiiiieef durchatmen, da alles gut. Beim Start hinterließen wir einen regelrechten blauen Smog über Boltenhagen, wenn man das im Nachhinein auf den Videos sieht, ist das echt der Oberhammer! :-)

Begrüßungskekse
Ich kann mir die Strecken immer nicht so merken, im Grunde fahre ich den anderen immer nur hinterher (sowieso, ha, ha!). Jedoch merke ich mir die Orte und schlage sie zu Hause dann auf der Karte nach. Zurück fuhren wir jedenfalls eine andere Tour. Die war auch sehr geil, weil der Asphalt schier war und die Straße oft so zugewachsen, daß man wie durch Baumtunnel fuhr. Ab Dassow gab es auch eine Menge feucht-fröhliche Waldstücke, bis hinter Schlutup. Kurz vor Dassow gab es dann auch einen ersten Ausfall, wo wir froh waren, daß wir unseren Besenwagen hatten, der Vespa und Fahrer heil nach Hause bringen konnte, als feststand, daß eine OP am offenen Roller an Ort und Stelle nichts brachte. 

Ab Dassow teilte sich das Fahrerfeld irgendwie in zwei Teile. Erst dachte ich, ich fahre jemandem hinterher. Doch da war plötzlich niemand mehr. Hinter mir auch nicht. Also pfeifte ich ein heiteres Lied und brummte einfach weiter auf der Landstraße, da die Richtung ja immerhin stimmte. Irgendwann traf ich dann auf einen anderen abtrünnigen Schwarm, den ich später wieder verlor, aber da war ich schon wieder in Lübeck, also alles paletti. Nach solchen längeren Touren mit der Horde fühle ich mich immer irgendwie etwas berauscht und zerzaust, erfrischt, aber dennoch mit der nötigen Bettschwere. Denke mal, das geht anderen genauso. Hab noch keinen Namen für dieses Phänomen gefunden, aber ich glaube, es hat irgendwie mit Liebe zu tun :0)

Von: Vio


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